Wie und wo findet unsere Jugendarbeit statt?

 

Ein wichtiges Element einer jeden Gruppe sind die wöchentlichen Gruppenstunden. Sie sorgen für das regelmäßige Wiedersehen, den kontinuierlichen Kontakt der Gruppenmitglieder und schaffen so eine vertraute Basis für den Gruppenalltag. Beim Gruppenraum und dessen Umgebung achten wir im Rahmen der Möglichkeiten darauf, dass er sowohl gut zu erreichen ist und ausreichend Grünflächen für bewegungsreiche und naturnahe Gruppenstundenprogramme in ungefährlichem Umfeld bietet.

Bestünde unsere Jugendarbeit allerdings lediglich aus Gruppenstunden, könnten wir wohl die allermeisten unserer Ziele nur schwer oder gar nicht vermitteln. Erst die gemeinsamen Erlebnisse auf unseren verschiedenen Aktionen lassen aus Bekanntschaften wirkliche Freundschaften und aus Gruppen Gemeinschaften werden. Nur diese gemeinsame Zeit und diese Erlebnisse können aufzeigen, was Pfadfinderei bedeutet und ausmacht.  Tages- oder Wochenendaktionen finden dabei fast immer im Allgäuer Raum statt, zu den Pfingstfahrten und Sommeraktionen halten wir uns meist innerhalb Deutschlands auf. Als Höhepunkt findet alle paar Jahre eine Bundesgroßfahrt statt, bei der sich Pfadfinder- und Roverstufe auf den weiten Weg in eine weit entfernte Region Europas machen und dort bedingt durch fremde Umgebung und Kultur eine einmalige gemeinsame Zeit erleben.

 

Was tun wir in den Gruppenstunden?

 

Eine der typischsten Eigenschaften der Pfadfinderei ist wohl die Vielfalt der Aktivitäten. Dementsprechend sind auch die Inhalte der anderthalb- bis zweistündigen Gruppenstunden meist abhängig von den Vorlieben der Gruppe und des Gruppenführers genauso wie vom Alter der Gruppenmitglieder. Grundsätzliche Bestandteile in allen Altersstufen sind Spiele und Pfadfindertechnik. Gängig sind hier große Geländespiele, Mannschaftsballspiele wie Handball oder Völkerball, Geschicklichkeits-, Gruppen- oder Gesellschaftsspiele. Pfadfindertechnik umfasst alle wichtigen Fähigkeiten, die ein Pfadfinder auf Fahrt und Lager braucht, also beispielsweise Zeltbau, Ausrüstung, Seiltechnik, Werkzeugkunde, Feuer, Orientierung und Erste Hilfe. Hier kann bei den jüngeren natürlich nur herangeführt werden, wobei es immer wieder erstaunlich ist, was Zehnjährige bei entsprechender Förderung schon zustande bringen können. Ergänzt werden diese Aktivitäten entsprechend dem Alter durch Singen, Basteln, Handwerken, Kochen, Andachten, Diskussionen, Musizieren, Theaterspielen und vielem mehr.

 

Wie läuft ein „Pfadfinderjahr“ ab?


Große und wichtige Bestandteile eines jeden Pfadfinderjahres sind die Bundesaktionen, also Veranstaltungen, die von Mitgliedern aller Stämme besucht werden. Das beginnt mit unserem Mailager am ersten Maiwochenende eines jeden Jahres und endet mit dem Singewettstreit (meist im November) in dem sich die Gruppen traditionell mit dem Vortragen eines Liedes messen. Dazwischen finden als Höhepunkt eines jeden Fahrtenjahres eine ein- bis dreiwöchige Sommeraktion am Anfang der Sommerferien statt. Dieses Spektakel hat dabei jedes Jahr eigene Schwerpunkte und ein eigenes Motto und stellt so immer wieder aufs Neue ein einmaliges Erlebnis dar.
Abgesehen davon begibt sich jede Gruppe in den Pfingstferien (meist in der ersten Woche) auf eine mehrtägige Fahrt. Sie ist der wichtigste Baustein für ein gutes Klima und den Zusammenhalt in der Gruppe.
Zusätzlich gibt es über das Jahr verteilt noch zwei bis drei Stammes- und Gruppenwochenenden, die Abwechslung vom Alltag zu Hause und der Schule bieten und auch für ein regelmäßiges Wiedersehen mit Freunden aus anderen Gruppen sorgen.
Eintägige Ausflüge, Spiele- oder Filmabende runden das Programm ab.
Außerdem findet neben gelegentlichen Elternabenden oder Lagerbesuchstagen in allen Stämmen eine Waldweihnacht statt: Alle Kluftträger versammeln sich mit ihren Eltern, Großeltern und sonstigen Interessierten, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und auch einen Ausblick auf das kommende Jahr zu bekommen.

 

Was ist eine Fahrt?


Ursprünglich war die Idee einer Fahrt die, dass sich Jugendliche nach Lust und Laune am Wochenende und in den Ferien auf eine mehrtägige Wanderung begeben und dabei jede Menge Neues kennenlernen und erleben. Natürlich ist das mit einer Gruppe Pfadfindern spontan nicht ganz so einfach, trotzdem hat sich an der Tatsache nichts geändert, dass sich eine Gruppe eine Region heraussucht, die sie näher kennenlernen will und dann dort mehrere Tage im Freien auf Wanderschaft ist. Alles was jeder einzelne und die Gruppe braucht, wird auf die Rucksäcke verteilt und schon kann es losgehen. Man stellt schnell fest, wie viel es unterwegs zu sehen gibt: Vom Waldlehrpfad bis zur Sommerrodelbahn ist so manches geboten, sogar ein vermeintlich langweiliger Wald kann geradezu ideal für eine Tannenzapfenschlacht sein. Nebenbei machen die Kinder und Jugendlichen durch den einfachen Lebensstil und das „aufeinander-angewiesen-sein“ viele Erfahrungen, die im Alltag in der Schule und zu Hause oft zu kurz kommen.

 

Was ist ein Lager?


Komplett gegensätzlich zur Fahrt verhält es sich beim Lager. Viele Pfadfinder treffen sich an einem vereinbarten Ort, meist eine Wiese am Wald mit einem Gewässer in der Nähe und bauen ihre Zelte in einem großen Kreis auf. Ausgehend davon wird den Teilnehmern ein vielfältiges Programm geboten, das sich zwischen die wiederkehrenden Elemente eines meist geregelten Tagesablaufs einfügt. So findet zu Beginn des Tages ein „Morgenprogramm“ bestehend aus Frühsport, Waschen, einer kurzen Andacht und Frühstück statt. Am Vormittag findet zum Beispiel ein großes Geländespiel statt, im Anschluss daran folgt das Mittagessen und eine kleine Mittagspause. Am Nachmittag werden verschiedene Handwerkshöfe mit z.B. Aktivitäten wie Theaterspielen, Gitarre spielen, Kerzen gießen, Filzen und Katapultbau  angeboten. Nach dem gemeinsamen Abendessen versammeln sich alle im großen Versammlungszelt zum gemeinsamen Singeabend bei Feuer und Tee. Als Auflockerung führt die Theatergruppe ihr Stück vor, die selbst hergestellten Kerzen sorgen für die nötige Helligkeit im Zelt.

Bei einem großen Sommerlager schließt dann nach einigen Tagen ein „Mottoteil“ an. Das ganze Lager verwandelt sich dann – je nach Motto - in eine mittelalterliche Zeltstadt, in verschiedene Indianerstämme oder eine Welt mit Zauberern, Waldelfen und schwarzen Räubern. Die Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Völkern oder Charakteren gipfelt dann in einem Wald- und Geländespiel, dessen Sieger am Ende mit einem großen Festmahl gefeiert wird.

 

Was ist ein Hüttenwochenende?


Wenn es im Winter kalt draußen ist, begibt sich eine Gruppe oder ein Stamm auf eine Selbstversorgerhütte und verbringt dort ein Wochenende. Der dem Lager relativ ähnliche Tagesablauf besteht dann aus verschiedenen Aktivitäten drinnen und draußen, die Essenszeiten und die Nacht werden in der warmen Hütte verbracht.

 

Was gibt es auf unseren Aktionen zu essen?


Bei größeren Lagern gibt es eine Lagerküche, die im täglichen Wechsel von einer Sippe (der „Sippe vom Dienst“) beim Brot schneiden, Abspülen oder Gemüse schälen unterstützt wird. Diese bereitet dann im Regelfall zum Frühstück und Mittagessen eine Brotmahlzeit zu, zum Abendessen gibt es dann eine warme, einfache Mahlzeit in Form von Nudeln, Reis oder Kartoffeln oder einen reichhaltigen Eintopf. Um für Abwechslung zu sorgen, gibt es zum Frühstück gelegentlich Müsli oder Ei, zum Abendessen auch eine Suppe, einen Salat oder einen Nachtisch.

Generell bereiten wir alle Speisen selbst zu, achten auf eine ausgewogene, frische Ernährung soweit das für eine große Personenzahl möglich ist und legen Wert auf einen respektvollen Umgang mit dem unserem Essen. So kommt es immer wieder vor, dass die Reste vom Vorabend am nächsten Morgen wiedererwärmt statt weggeworfen werden. Beim Einkauf achten wir auf  die Verwendung von regionalen und saisonalen Produkten und versuchen einen Mittelweg zwischen preislicher Vernunft und unserer Verantwortung als Konsumenten zu finden. Bei fleischhaltigen Speisen wird immer eine vegetarische Alternative geboten. Zu den Mahlzeiten trinken wir Tee, der auch jederzeit am Küchenzelt für jede und jeden zugänglich ist.

Ganz generell unterscheiden wir zwischen CPK-Halbpension und CPK-Vollpension. Bei der Vollpension werden die Lebensmittel komplett von der Küche eingekauft, bei der Halbpension muss der Brotaufstrich für die Brotmahlzeiten selbst mitgebracht werden (Es genügt natürlich völlig, wenn jede bzw. jeder ein oder zwei Aufstriche in ausreichender Menge mitbringt, da dann im Essenskreis sowieso durchgetauscht wird).

 

Was sind die inhaltlichen Grundlagen unserer Arbeit?


Inhaltliche Grundlagen sind unser christlicher Glaube sowie das von Baden-Powell, dem Gründer der Pfadfinderbewegung, formulierte Pfadfindergesetz und -versprechen.

Im Pfadfindergesetz hat Baden-Powell Grundregeln pfadfinderischen Verhaltens formuliert. Mit dem Ablegen des Pfadfinderversprechens bekennt sich der Pfadfinder dazu, sein Bestes zu tun, um sein Handeln an den Gesetzen auszurichten. Gleichzeitig stellt das Versprechen das persönliche Ja zur großen Gemeinschaft aller Pfadfinder dar und führt dem Pfadfinder auch die Pflicht zur Selbsterziehung und Eigenverantwortung vor Augen.

Der Wahlspruch der Pfadfinder lautet „Allzeit bereit!“ und ermahnt den Pfadfinder dazu, körperlich und geistig zur Erfüllung der Aufgaben, die ihm aus dem Leben in einer Gemeinschaft erwachsen, gerüstet zu sein.

Es geht dabei in der täglichen Pfadfinderarbeit weniger darum, ständig mit „erhobenem Zeigefinger“ die Einhaltung der Gesetze einzufordern, sondern vielmehr darum, durch Gespräche und das Vorleben der Gruppenführer ein Bewusstsein im jungen Menschen für das eigene Verhalten in einer Gemeinschaft zu schaffen. Dabei wird von klein auf jedem in der Gruppe ein Stück Verantwortung für die Gemeinschaft übertragen. Mal ist es das Abspülen des Kochtopfes, mal ist es das Tragen des Wimpels („Gruppenfahne“).

Um den zweiten Baustein der inhaltlichen Grundlagen, den christlichen Glauben, soll es in der folgenden Frage gehen.

 

Welche Rolle spielt der Glaube auf unseren Aktionen?


Im täglichen Pfadfinderalltag wird der Glaube eigentlich „nur“ bei den Mahlzeiten wirklich offensichtlich. So wird vor jedem Essen ein kurzes Gebet gesprochen, meist geht dem noch ein christliches Lied voraus. Dieses Gebet folgt fast immer einem freien Wortlaut des Betenden, nur selten wird hier auf einen vorformulierten Text zurückgegriffen. Morgens wird dem Gebet noch ein kleiner, vorbereiteter Gedanke für den Tag vorangestellt, was wir dann „Andacht“ nennen. Dabei ist auch hier die Themenvielfalt groß. Mal geht es um einen Psalm in der Bibel und mal geht es um die Geschichte eines tauben Jungen. Im Idealfall stehen die beiden inhaltlich in Verbindung miteinander, aber das ist nicht unbedingt das Ziel. Das Ziel besteht vielmehr darin, dass sich der, der die Andacht hält, selbst Gedanken zu einem Thema gemacht hat, das ihn beschäftigt und das als Denkanstoß den anderen mit auf den Weg gibt.

Hier wird vielleicht ersichtlich, dass wir einem korrekten, vorgegebenen Glauben einen aktiv vorgelebten Glauben vorziehen und deshalb Wert auf die „Brücke“ legen, zwischen unserem Handeln als Christen und dem, was uns die zehn Gebote lehren. Zusätzlich findet auf vielen Aktionen meist ein „Gottesdienst“ statt, der in Gruppen vorbereitet wird und dann eingerahmt von Liedern ein Werk aller ist. Ein- bis zweimal im Jahr laden wir einen Pfarrer bzw. eine Pfarrerin auf unser Lager ein oder besuchen einen öffentlichen Gottesdienst in abwechselnd katholischen und evangelischen Pfarreien.

Generell ist unsere Glaubenserziehung konfessionsfrei und unsere Mitglieder sind weder überwiegend katholisch noch überwiegend evangelisch. Auch wenn die Ökumene kein direktes, aktiv verfolgtes Ziel unserer Jugendarbeit ist, leisten wir trotzdem ganz automatisch durch die gleichberechtigte Behandlung der beiden großen Konfessionen und das gemeinsame Praktizieren des Glaubens einen Beitrag dazu.

 

Mitgliedsbeitrag


Unser Bund hat unter anderem folgende jährliche Ausgaben:
Die Anmietung einiger Gruppenräume, die Vereinsversicherung sowie die Beschaffung/ Instandsetzung der Ausrüstung (z.B Zeltmaterial).
Um diese Kosten zu refinanzieren, müssen wir einen jährlichen Mitgliedsbeitrag erheben.
Dieser beträgt aktuell 50€ (Stand 26.10.2015) pro Jahr pro Mitglied.
Der Mitgliedsbeitrag wird Anfang des Jahres fällig und automatisch per Lastschrift eingezogen.
Bitte haben sie Verständnis dafür, dass wir aus verwaltungstechnischen Gründen keine alternative Bezahlungsmöglichkeit akzeptieren können.
Allerdings kann es aus verwaltungstechnischen Gründen durchaus vorkommen, dass der Beitrag erst Mitte oder Ende des Jahres eingezogen wird. Leider können wir kein genaues Datum angeben.
Wer eine Benachrichtigung per Mail kurz vor dem Einzug wünscht, sollte dies bitte dem Bundesvogt mitteilen.

Sollte der Beiritt nach dem 31. Juni erfolgen, wird lediglich der halbe Mitgliedsbeitrag in Höhe von 25€ (Stand 26.10.2015) fällig. Allerdings zählt hierbei die erste Gruppenstunde, nicht das Datum auf dem Mitgliedsantrag.